DER RUF NACH AUSGLEICH
Der Vollmond in Widder/Waage am 26.09.26 zeigt uns in erster Linie auf, dass das Leben unablässig den Ausgleich anstrebt. In diesen Zeiten werden wir daran erinnert, dass immer alles zurück in die Mitte führt.
„Zu lange hängt das Leben nicht auf einer Seite!“ sagte meine Oma, wenn es mal wieder besonders herausfordernd war. Wie recht sie hatte!
Alles, was zu sehr in eine Richtung drängt, setzt einen Prozess in Gang, der ganz natürlicherweise wieder ins Gegenteil umschlägt.
Manchmal scheint sich jedoch alles erst mal so richtig hochzuschrauben und es dauert eine geraume Zeit, bis der Knoten platzt.
Ob in der Gesellschaft, politisch oder deinem persönlichen Leben gilt dennoch das Gesetz des Ausgleichs.
Wir brauchen nur Geduld und ein Annehmen dessen, was gerade ist.
Wahrer Frieden entsteht dadurch, dass du beide Seiten, beide Lebenswellen willkommen heißen kannst, ohne zu lange in einer zu verweilen. Dazu gehört, dass du nicht abwehrst, was sich zeigt.
Unsere Seele sehnt sich nach wahrer Harmonie, nicht nach aufgesetzten Idealen oder einseitige Schönfärberei.
Verleugnung und Verdrängung des anderen Pols werden nicht mehr unterstützt. Jedes Pendel, das zu sehr nach einer Seite ausschlägt, wird ausgerichtet, angehalten und pendelt vehement wieder auf die andere Seite. Nichts bleibt davon unberührt. Nichts verweilt zu lange oder dauerhaft auf einer Seite.
Wir sind in diesen Zeiten, mehr denn je, aufgerufen, uns von den Bewertungen von Erfahrung zu lösen. Das scheinbar Gute, beinhaltet die Schlechtigkeit der ganzen Welt. Das Verwerfliche, zu Bekämpfende trägt einen Paradiesgarten der Liebe in sich.
Schlägst du dich zu sehr auf eine Seite, wird dir die andere gnadenlos aufgezeigt. Wie ein Kind, das die Liebe seiner Mutter braucht, wird sie quengeln und dann immer lauter schreien, bis du ihm gebührende Aufmerksamkeit zukommen lässt. Je mehr du dich wehrst, weil du dich selbst für deine Emotionen verurteilst, umso größer und aufgeblasener gebärdet sich der Anteil.
Dann beginnt das große Spiel auf Erden: Ein anderer oder Situationen im Außen zeigen dir oft übersteigert und pervertiert, was ungesehen und abgelehnt in dir wohnt. Du wunderst dich: Ich bin doch so gut, lieb und nett, warum passiert mir das? Weil sich das zeigt, was da ist, liebe Seele. Weil sich im außen zeigt, was tief in dir schlummert und noch nicht bearbeitet wurde.
Wenn du es nicht in dir ansiehst, blickt es von außen zu dir.
Sobald dieser Prozess in deiner Seele abgeschlossen ist, du all die Anteile liebevoll in die Arme schließt, kehrt ein allumfassender, durch nichts mehr zu erschütternder Frieden, ein. Dies ist der Prozess in diesen Zeiten, dem keiner auskommt, der sich entschieden hat jetzt hier zu sein.
Wenn wir die Spaltung und Trennung in uns hinter uns lassen und das Dasein mit allen Facetten umarmen, sind wir wieder die, als die wir gedacht sind.
Es ist Zeit, den anderen Pol einzulassen und dich mit allen Anteilen in dir auszusöhnen. Das Leben lädt dich ein, alles in dir zu begrüßen, seien es Eifersucht, Neid, Rachsucht, Angst, Überheblichkeit, Selbstverurteilung. Alles, was in dir wohnt hat einen Grund, sich zu zeigen. Gibst du ihm gebührenden Raum, werden die Emotionen wieder weiterziehen. Alles, was du ablehnst und bekämpfst, bleibt oft wie Kleister an dir kleben.
Dabei, liebe Seele, betrittst du mit jeder Emotion einen einladenden Heilungstempel. Sie öffnet immer einen lange unbeachteten und oft abgelehnten Raum. In ihm ruhen wartend all die unbesehenen Anteile, um von dir zum Leben erweckt zu werden.
„Tanze mit mir!“, rufen sie dir zu, „wir sind das Versprechen deiner Lebendigkeit. Nimm mich ganz in die Arme! Wenn du mich einlässt, dich mir hingibst, dich führen lässt, entsteht daraus reinste Freude und ein allertiefstes Bejahen deiner Existenz“.
Es ist dieser unbewohnte Raum in dir, ein vergessenes Lager, von Spinnweben übersät, still wartend auf Reinigung, Licht und Ordnung. Doch erst darf der Staub aufgewirbelt werden. Erst darf getanzt werden.
Die Existenz ruft dir zu: Lass all die verschmähten, ungeliebten Emotionen kommen. So viele haben dir ein Leben lang eingeflüstert, dass du sie nicht fühlen sollst, dass es Schwäche ist, negativ und dir und anderen schadet. Doch es schadet dir und allen so viel mehr, wenn du es in dir belässt und verleugnest. Dann tanzt du im Außen den großen Schattentanz mit den Wesen.
Nimm an, dass alles zum menschlichen Dasein gehört.
In dieser Zeit jedoch gehen wir intensiv die ganze Bandbreite menschlicher Erfahrung durch, damit alles in uns in den Ausgleich findet.
Aber bleibe damit bei dir.
Es ist nicht das Außen. Es ist niemals ein anderer.
Es ist dein heiliger Schatz, den du für dich selbst heben darfst.
In Liebe zu euch von EVA







Liebe Eva, vielen Dank für dieses Schreiben. Im Urlaub habe Ali und ich erst richtig gefühlt, wie wichtig die Stille ist. Weg vom Internet und Medien, einfach nur sein und die Ruhe genießen. Da fühlt man die Seelenverbindung ganz intensiv.
Alles Liebe für Dich meine kleine Schwester
Danke für diese weisen Worte!